Schwerpunkte

Schwerpunkte in der Jugendarbeit des Verbands Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder

 

Führung im Dialog
Koedukation
Learning by doing
Die kleine Gruppe
Wir vermitteln Werte
Das "C" im VCP 
Wir finden eigene Wege
Weltweite Gemeinschaft mit historischer Verpflichtung

Führung im Dialog - mehr als nur ein leeres Schlagwort!

Unser Ziel ist es, unsere Mitglieder zu Selbständigkeit und Verantwortungsbereitschaft zu erziehen. Die Mitbestimmung jeder und jedes Einzelnen und der Gruppe ist uns wichtig. Unsere Mitglieder lernen, ihre eigene Meinung zu vertreten und auch andere Meinungen gelten zu lassen. Mitbestimmungsmöglichkeiten haben die Mitglieder jedoch nicht nur in ihrer eigenen Gruppe oder im örtlichen VCP, sondern sie können in allen Bereichen des Verbandes auf die Ausgestaltung unserer Arbeit Einfluss nehmen. Demokratische Strukturen auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene sind Mittel, dies in allen Bereichen umzusetzen.

Koedukation - gemeinsam leben und lernen

Mädchen und Jungen leben im VCP in gleichberechtigter Partnerschaft zusammen. Das Zusammenleben in gemischtgeschlechtlichen Gruppen ermöglicht es Mädchen und Jungen, die in der Gesellschaft immer noch üblichen geschlechtsspezifischen Rollen zu erkennen, zu überprüfen und gegebenenfalls zu ändern. 
Im gemeinsamen Miteinander lernen beide Geschlechter, ihre unterschiedlichen Interessen und Fähigkeiten zu erkennen, weiterzuentwickeln und zu achten. Darin sehen wir die Chance, eigene Bedürfnisse ernst zu nehmen und Beziehungen zu gestalten.

Learning by doing

Pfadfinderische Erziehung beruht auf der Einsicht, dass durch praktisches Handeln besonders gut gelernt wird ("learning by doing"). Daher sind uns Erleben und eigenes Tun wichtig, um Lernen in Gang zu setzen. Gruppenfahrten und Zeltlager ermöglichen eine stetige und gleichgewichtige Entwicklung von körperlichen und geistigen Fähigkeiten. Sie vermitteln insbesondere Erfahrungen des Lebens in und mit der Natur und fordern Jugendliche zu einem einfachen und selbstbestimmten Leben heraus.

Die kleine Gruppe

Die „kleine Gruppe“  gehört zu den Prinzipien des Pfadfindens.
Eine junge Gruppenleiterin oder ein Gruppenleiter betreut eine Gruppe von gleichaltrigen Kindern.
Die Kinder spielen, basteln, planen und führen Aktionen unter der Anleitung ihrer Gruppenleitung durch. Ideen werden gemeinsam diskutiert und umgesetzt. Hier lernen die Kinder, eine eigene Meinung zu bilden, aber auch andere Meinungen zu akzeptieren. Die kleine Gruppe gibt ihnen Sicherheit, Geborgenheit und Rückhalt, erfordert aber auch Rücksichtnahme. So lernen Pfadfinderinnen und Pfadfinder schon früh soziales Verhalten, Selbstbewusstsein, Toleranz und damit Demokratiefähigkeit.

Wir vermitteln Werte

Im evangelischen Pfadfinden soll Glaube erlebbar sein. Wir vermitteln Werte: Einfühlungsvermögen, Rücksichtsnahme, Solidarität und Toleranz.
Die Liebe zur Schöpfung wird durch Schutz von Natur und Umwelt gelebt.
Erziehung zum Frieden, Gerechtigkeit und Demokratiefähigkeit sind Grundlagen unserer Arbeit.

In der Gemeinschaft lernen Pfadfinderinnen und Pfadfinder:
* sich den Nächsten – auch benachteiligten Menschen - zuzuwenden und für sie einzusetzen.
* Verantwortung in der Gruppe, später in der Gesellschaft wahrzunehmen.
* Natur als Gottes Schöpfung zu sehen, sie zu schätzen und zu schützen.
* gewaltfrei für den Frieden einzutreten

Das "C" im VCP

Evangelisches Pfadfinden
Der VCP mit all seinen Aktivitäten ist evangelische Jugendarbeit. Die allermeisten Gruppen des VCP haben ihre Heimat in ihren örtlichen Kirchengemeinden. Sie haben ihre Gruppenräume in den Gemeindehäusern und beteiligen sich am Leben der Gemeinde. Mit anderen evangelischen Jugendverbänden ist der VCP Mitglied in der 
aej, der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V.

Glaube als Lebensorientierung
Der christliche Glaube ist die Wurzel der Weltsicht und die Grundlage des Menschbildes des VCP. Die Gewissheit, nicht allein zu sein, in Gott ein Gegenüber zu haben, das Leben und die Welt als Geschenk bekommen zu haben, sind die Grundlage dafür, diese Welt aktiv mitgestalten zu wollen und aus dem eigenen Leben das Beste zu machen. Gerade Jugendliche suchen nach einem Sinn oder einer Orientierung in ihrem Leben. Dieses Fragen und Suchen ernst zu nehmen, ist eine wichtige Haltung evangelischer Jugendarbeit. Christlicher Glaube hat trotz Widersprüchlichkeiten und Unsicherheiten die Hoffnung, dass es etwas gibt, das über unsere Vorstellung von Raum und Zeit hinausgeht und unserem Leben einen Sinn gibt.

Werteorientierung
Aus dieser christlichen Glaubenshaltung leiten sich die Werte ab, für die der VCP steht. Bewahrung der Schöpfung, Eintreten für Frieden, Ehrfurcht vor allem Leben, Solidarität und Gerechtigkeit sind Aufgabe und Einstellung, die Mädchen und Jungen im VCP erfahren und lernen.

Tätiges Christentum
In diesem christlichen Sinne zu handeln, ist wesentlicher Aspekt im VCP. Das Motto von Pfadfinden, die Welt ein kleines bisschen besser zu hinterlassen, als man sie vorgefunden hat, verdeutlicht dies. Die sprichwörtliche „gute Tat“ hat darin ihre Wurzel. Jedes Kind in seiner Besonderheit ernst zu nehmen und zu fördern, aber auch Engagement für andere, helfen, wo es möglich ist, sind Formen des tätigen Christentums.
* Seit vielen Jahren stellt der VCP auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag die meisten Helferinnen und Helfer und ermöglicht so durch ehrenamtliche Kraft dessen Durchführung.
* Mit dem Friedenslicht aus Bethlehem setzen Pfadfinderinnen und Pfadfinder im VCP jedes Jahr zur Weihnachtszeit ein Zeichen für den Frieden in der Welt.
* In vielen Projekten engagieren sich Gruppen aus dem VCP vor Ort und in der ganzen Welt für benachteiligte Menschen.

Spirituelle Formen
Zum christlichen Leben gehört auch Besinnung auf die Quelle unseres Glaubens. Im VCP gibt es viele  Traditionen, in denen sich immer wieder der Glaube bewusst gemacht wird. Beim Essen gehören gemeinsamer Beginn und Schluss in Liedern oder Gebet dazu. Auf Fahrten und Lagern gibt es selbstverständlich eine Andacht oder einen Gottesdienst. Diese Feiern sind oft unter freiem Himmel ein besonderes Erlebnis. Waldweihnachten bei Dunkelheit und Kerzenschein sind ebenso Formen der Spiritualität wie Pilgerwanderungen.

Wir finden eigene Wege

Pfadfinderin und Pfadfinder sein – das bedeutet:
* in einer Gemeinschaft zu leben und gleichzeitig als Individuum akzeptiert zu werden.
* eigene Rollen zu erkennen und vielleicht neu zu definieren.
* Gewohnheiten in Frage zu stellen.
* Anderes zu respektieren und vielleicht auch als Bereicherung anzuerkennen.

Demokratie leben bedeutet für uns:
* gemeinsam Handeln – von der Idee bis zur Umsetzung.
* mit Themen auseinander setzen, aber dann auch aktiv werden.
* eigene Standpunkte entwickeln, aber auch andere Meinungen akzeptieren.
* Zusammenhänge begreifen und Verantwortung übernehmen.

Pfadfinderinnen und Pfadfinder haben Spaß am Abenteuer!
Wir wollen viel sehen und erleben: Fahrten und Lager – vor Ort und in der ganzen Welt.
Wir wollen abseits der ausgetretenen Pfade gehen und Neuland entdecken.

Weltweite Gemeinschaft mit historischer Verpflichtung

Mit einem Camp im Jahre 1907 auf Brownsea Island fing alles an. Der britische Offizier Robert Baden-Powell hatte beim Einsatz von jungen Kundschaftern während seiner Dienstzeit in Südafrika erlebt, dass Kinder und Jugendliche – im Gegensatz zur damals üblichen Auffassung – durchaus in der Lage sind, Aufgaben verantwortungsvoll auszuführen. Das Camp mit britischen Jungen auf Brownsea Island bestätigte seine Erfahrung nochmals. Seine Erkenntnisse veröffentlichte „BP" in dem Buch „Scouting for boys". Dieses Buch wurde in kürzester Zeit zu einem Bestseller. Junge Menschen auf der ganzen Welt gründeten Gruppen, die nach diesem Buch arbeiteten.

Heute gehören Millionen von Mitgliedern in mehr als 150 Ländern zu den Weltorganisationen der Pfadfinderinnen und Pfadfinder. In der Bundesrepublik Deutschland sind es vier Verbände, die von der Weltebene anerkannt werden und zum Ring Deutscher Pfadfinderinnenverbände und dem Ring deutscher Pfadfinderverbände gehören. Pfadfinderinnen und Pfadfinder kann man oft leicht erkennen. Mit unserer Kleidung, der Tracht, zeigen wir, dass wir zu unserer Gruppe, unserem Verband und der weltweiten Gemeinschaft der Pfadfinderinnen und Pfadfinder gehören. Besonders wichtig sind uns die Begegnungen mit jungen Menschen aus anderen Ländern und Erdteilen. Höhepunkte sind die Fahrten zu den regelmäßig stattfindenden Jamborees (Welttreffen der Pfadfinderinnen und Pfadfinder).

Internationalität ist für uns ein „Lebenselexier" und erweitert den Horizont.

Quelle: www.vcp.de